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Offene Türen und Gautschfeier in Ebertshausen

Eine traditionelle Gautschfeier fand Ende September vor der Druckerei statt, die zur späten Stunde im Drucksaal ausklang.

Sommerliches Wetter begünstigte die traditionelle Feier, die wir nicht zum ersten Mal begingen.

Es geht darum, die ausgelernten Drucker und Setzer (Medientechnologen Druck und Mediendesigner) „in die Zunft“ aufzunehmen.
Dafür gibt es eine überlieferte Zeremonie.
Im Mittelpunkt steht die „Taufe ad posteriorem“,
was bedeutet, dass die Ausgelernten mit ihrem Allerwertesten
(ad posteriorrem) auf einen nassen Schwamm gesetzt werden.

Aber damit nicht genug. Anschließend werden sie noch in den Wasserbottich geworfen.

Allerdings sind dazu nur die »Packer« befugt, die auf Anordnung des »Gautschmeisters« den jeweiligen »Gäutschling« in das Wasser befördern.
In diesem Jahr standen vier Packer zur Verfügung, die den harten Job ausübten. Daneben übrigens noch der »Schwammhalter«, der die wichtige Aufgabe hat, den zu Gautschenden formvollendet auf den nassen Schwamm zu platzieren um ihm dann noch einer kalten Dusche aus dem Eimer zu unterziehen.

Danach hat der Ausgelernte einen Hering, eine Zigarre und eine Maß Bier zu sich zu nehmen.

Die ganze Prozedur wird mit dem »Gautschbrief« feierlich beurkundet.

Die Jünger der Schwarzen Kunst, wie sich die Arbeiter des grafischen Gewerbes gerne nennen, feiern diese Tradition seit Ende des 19. Jahrhunderts. Wobei die Vorläufer des Gautschens bis in die zweite Hälfe des
16. Jahrhunderts zurück reichen.

In diesem Jahr wurden in Ebertshausen zwei Firmenangehörige gegautscht, nämlich Jan Tempelhof und Jonas Rudolph.
Zusätzlich wurde zwei Auswärtigen diese hohe Ehre zuteil.

Die an diesem Tag digital produzierten »Gautschzeitungen« , informierten über die Hintergründe dieser Druckertradition.
Bereits kurz nach dem Taufakt konnte man so die packenden Bilder gedruckt in der Zeitung bewundern.

Die Zeremonie fand bei uns nun schon zum dritten Mal statt und die Besucher konnten sich neben der Gautschzeitung noch mit Broschüren und Postkarten, Blocks und Brotzeit versorgen. Eine rundum gelungene Feier, bei der immer viele Bürger aus dem Dorf mithelfen und die sicher nicht die letzte gewesen sein wird. An dieser Stelle noch mal vielen Dank an die fleißigen Helfer.